Sponti-Demo in Dessau-Süd erfolgreich!

Spontandemonstration mit Neonazi-Outings und Kiezverschönerungen // Neonazis nach versuchtem Angriff festgenommen

Die AG Jugendträume rief am Abend des 07.08.2008 zu einer spontanen Demo auf. Seit mehreren Wochen häuften sich in Dessau-Roßlau rechtsextreme Propagandadelikte sowie Bedrohungen und Körperverletzungen gegen alternative Jugendliche. Nachdem am 26.07. und 02.08. 2008 Nazis Steine gegen das Café des Alternativen Jugendzentrums warfen war es an der Zeit, eine Aktion gegen Nazi Terror zu starten.

Gegen 20.00 Uhr trafen sich ca. 80 Leute am Dessauer Süd-Bahnhof, um unter dem Motto „Nazi-Terror entgegentreten“ spontan zu demonstrieren. Schon zu Anfang fiel die Demo durch ihre Lautstärke und Entschlossenheit auf. Mit energischen Sprechchören und Transpis ging es auf einen alternativen Standrundgang um interessierten, bzw. couragierten Bürgern zu zeigen, wo einige Herren aus dem nationalistischen Spektrum so wohnen. Der Mob, größtenteils vermummt, bewegte sich durch Dessau-Süd und klapperte die Wohnungen der bekannten Neonazis Alexander Weinert, Steffen Muschner und Swen Behrendt ab.

Alexander Weinert, ein Aktivist der ersten Stunde der Neonazikameradschaft Freie Nationalisten Dessau/Anhalt, seit 2001 aktiv, nach seinem Rauswurf aus dieser etablierte er die Freien Nationalisten Dessau und aktivierte in der Nachbarstadt Aken die Freien Nationalisten Aken/Elbe. Steffen Muschner, ein langjähriges Mitglied der Freien Nationalisten Dessau/Anhalt und eine der Personen, die mehrfach im Vorfeld der Angriffe auf das AJZ, beim Observieren des Objektes beobachtet werden konnte. Swen Behrendt, der Geschäftsführer des NPD-Kreisverbandes Wolfen-Anhalt-Dessau und Anmelder der Neonazidemonstration vom 08. März 2008 in Dessau-Roßlau.

In deren Nachbarschaft wurden Flugzettel mit Informationen über genannte Personen für die Anwohner verteilt. Während der Demo gab es ein paar Spielereien mit der Polizei, was diese nicht unbedingt lustig fand. Nach der Auflösung des Stadtrundgangs bei der Ludwigshafener Straße fanden die Beamten endlich eine Möglichkeit, um auch mal auf die Kacke zu hauen. Die Demonstranten mussten in den Tiergarten, einem weitreichenden Wald- und Wiesengrundstück, ausweichen. Als sich der Mob wieder Richtung Innenstadt bewegen wollte, wurden die Wege von der, mittlerweile zahlenmäßig angewachsenen, Polizei versperrt.

Demonstrationsteilnehmer, die versuchten die Hürden zu überwinden, wurden massiv mit Knüppeln und Pfefferspray versucht, daran zu hindern. Im Folgendem war die Einsatzleitung bestrebt, von allen die Personalien festzustellen. Dies gelang im Übrigen nur durch den Einsatz eines Helikopters, welcher mittels Wärmebildkamera die Gruppe lokalisieren konnte und Polizeikräfte am Boden durch den dunklen Tiergarten lotsen sollte.

Nach dieser Aktion gelang es Einigen, natürlich nur mit Abgabe der Personalien, tatsächlich wieder in die Innenstadt zu gelangen. Andere hingegen konnten dies umgehen, indem sie teilweise durch die Mulde schwammen oder andere Schleichwege benutzten.

So nach und nach sammelten sich wieder alle im AJZ und zelebrierten schon einmal diese sehr erfolgreiche Demo und die gezielten Nazi-Outings.

Gegen 0.15 Uhr, wurde erst Gegröle vernommen, welches vom anderen Ende der Schlachthofstraße kam. Sehr schnell konnten die Parolen unter anderem als „Frei-Sozial-National!“ identifiziert werden. Ungefähr 25 Faschos stürmten, zum Teil vermummt, direkt auf alternative Jugendliche, die sich in unmittelbarer Nähe des AJZ’s befanden. Einige Neonazis griffen auch die ziemlich überforderten Polizeibeamten an. Körperverletzungen hielten sich bis auf Pfeffersprayeinsatz von den Nazis in Grenzen. Dennoch konnten insgesamt mindestens 8 Nazis festgenommen werden, darunter auch Steffen Muschner, Martin W. und Martin Vetter.

Spätestens seit dem heutigen Abend sollte klar sein, dass es wirklich Nazis in Dessau gibt, die versuchen etwas zu machen und sich schnell organisieren können. Es ist ein täglicher Kampf, gegen Neonazis in der Region vorzugehen. Gruppen und Einzelpersonen aus anderen Städten sollte bewusst sein, dass Dessau deren Unterstützung braucht, denn es ist noch nicht vorbei!

Alles im Allen muss man jedoch festhalten, dass der Abend ein voller Erfolg war. Sowohl die

Demo als auch die darauf folgenden Ereignisse kann als Erfolg verbucht werden.