Sponti nach Naziübergriff in Naumburg

Am heutigen Sonntag trafen sich gegen 15:30 Uhr ca. 40 junge Menschen am Naumburger Hauptbahnhof, um ihren Protest gegen den jüngsten Übergriff von Neonazis auf einen Antifaschisten auf die Straße zu tragen.

Zum Hintergrund:

In der Nacht von Freitag zu Samstag gegen 5 Uhr früh wurde ein junger Naumburger das Opfer einer gefährlichen Körperverletzung mit rechtsextremer Motivlage. Der junge Mann wurde wegen seiner Kleidung und seines Aussehens von Neonazis aus einem Pkw heraus angepöbelt. Zwei der Faschos, die im Auto saßen, stiegen aus und fingen mitten auf einer Kreuzung an, den Jugendlichen zu bepöbeln. Als der Fahrer das Auto geparkt hatte, ging er zu seinen Kameraden. Sofort fingen sie an auf den Antifaschisten einzuprügeln. Anschließend lag das Opfer am Boden. Nachdem die Neonazis weiter auf das Opfer einprügelten, sagten sie: „Jetzt siehst du mal wie wir das in Kösen so machen“ und „das wird euch in Naumburg jetzt öfter passieren“. Sie ließen außerdem verlauten „Wir brechen dir das Genick“ und handelten dementsprechend, aber ohne Erfolg.

Anwohnern bemerkten die Tat und verständigten die Polizei. Dadurch konnte schlimmeres verhindert werden. Das Opfer kam sofort ins Krankenhaus, wo mehrere Prellungen und Würgemale festgestellt wurden. Die Beamten konnten die Täter nicht feststellen, da sie vor deren Eintreffen flohen.

Die Demo:

Am gestrigen Sonntag trafen sich ca. 40 junge Menschen am Hauptbahnhof in Naumburg, um mittels einer spontanen Demonstration gegen rechte Gewalt zu protestieren. Die Demo lief lautstark in Richtung Innenstadt, dabei wurden Handzettel mit einer Zusammenfassung des Überfalls von Samstag an anhaltende Autos verteilt. Der erste Redebeitrag wurde am Ort des Übergriffes verlesen, was eine halbe Stunde nach beginn der Demo war und die örtliche Polizei auch bewegte mal vorbei zu schauen. Mit einem Streifenwagen verfolgten Beamte die Aktion. Die demonstrierenden Antifaschisten ließen sich dadurch aber nicht von ihren Plan abbringen und zogen weiter in Richtung Innenstadt. Mehrere gut besuchte Straßencafés wurden aufgesucht um die Bürger von Naumburg über den jüngsten Naziübergriff aufzuklären. Auch dort wurden wieder jede Menge Handzettel verteilt und mittels eines Megaphons kundgetan.

Auch ein Reisebus zeigte sich solidarisch mit der Antifademo und drängelte sich zwischen Demo und den Bullen, was dazu führte das, dass staatliche Repressionsorgan die Demo nicht mehr abfotografieren konnte. Als der Bus vorbei fuhr, wurde uns noch nett von Omi und Opi zu unseren Protest applaudiert.

Nach Einschätzung der Antifas war es eine gelungene Demo, weshalb beschlossen wurde die Aktion aufzulösen. Die örtlichen Einsatzkräfte der Polizei waren mit der spontanen Auflösung sichtlich überfordert und wusste gar nicht so recht wen sie als erstes verfolgen sollten. Immerhin muss man sie loben, dass sie es nach über einer Stunde geschafft haben, ganze 4 Streifenwagen und 8 Beamte zu einer unangemeldeten Demonstration mobilisieren zu können :-)

Etwa 10 Leute aus der Demo liefen den gleichen Weg, was die Cops dazu veranlasste diese Gruppe noch ein wenig zu observieren und zu verfolgen, um vielleicht doch noch ein paar Personalien festzustellen. Nach wenigen hundert Metern traf die Gruppe auf eine ca. 10 Mann starke Faschogruppe, welche auch sofort anfing die Antifas anzupöbeln.

Die Cops, die immer noch damit beschäftigt waren, die Demoteilnehmer zu fotografieren, ignorierten dies gekonnt. Erst als sich die Faschos vermummten und auf die linken Jugendlichen los rannten glänzten sie damit, einfach abzuhauen. Die spontan aufgetauchten Faschos liefen aber nicht lange hinterher, da sie mit ihrer Lieblingsbeschäftigung, Bier trinken, zu tun hatten. Da wird auch mal der politische Aktivismus über den Haufen geworfen.

Als fast alle Demoteilnehmer, die mit der Bahn angereist sind, wieder am Hauptbahnhof eintrafen, wartete dann schon die ganz fixe Einsatzhundertschaft aus Magdeburg und nahm die Personalien aller Antifas auf.

Trotzdem muss man sagen, dass die gesamte Aktion ein voller Erfolg für Naumburg war. Erstaunlich ist auch das innerhalb eines Tages 40 Leute nach Naumburg mobilisiert werden konnten.



ran1.de: Heß-Gedenken verboten

Landesverwaltungsamt untersagt alle Versammlungen bis Montag früh

In Sachsen-Anhalt sind alle Versammlungen zum Gedenken an den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß, dessen Todestag sich am Sonntag jährt, verboten.
Durch das Landesverwaltungsamt wurde jede derartige Veranstaltung von Freitag bis einschließlich Montag früh im gesamten Landesgebiet untersagt. Wie schon im vergangenen Jahr gelte auch diesmal der Grundsatz Null Toleranz! , erklärte Innenminister Holger Hövelmann am Freitag. Die für Samstag angemeldete zentrale Propagandaveranstaltung der rechtsextremen Szene im bayerischen Wunsiedel wurde ebenfalls verboten - es wird damit gerechnet, dass die Organisatoren nach Ausweichmöglichkeiten an anderen Orten suchen. Quelle

Sponti-Demo in Dessau-Süd erfolgreich!

Spontandemonstration mit Neonazi-Outings und Kiezverschönerungen // Neonazis nach versuchtem Angriff festgenommen

Die AG Jugendträume rief am Abend des 07.08.2008 zu einer spontanen Demo auf. Seit mehreren Wochen häuften sich in Dessau-Roßlau rechtsextreme Propagandadelikte sowie Bedrohungen und Körperverletzungen gegen alternative Jugendliche. Nachdem am 26.07. und 02.08. 2008 Nazis Steine gegen das Café des Alternativen Jugendzentrums warfen war es an der Zeit, eine Aktion gegen Nazi Terror zu starten.

Gegen 20.00 Uhr trafen sich ca. 80 Leute am Dessauer Süd-Bahnhof, um unter dem Motto „Nazi-Terror entgegentreten“ spontan zu demonstrieren. Schon zu Anfang fiel die Demo durch ihre Lautstärke und Entschlossenheit auf. Mit energischen Sprechchören und Transpis ging es auf einen alternativen Standrundgang um interessierten, bzw. couragierten Bürgern zu zeigen, wo einige Herren aus dem nationalistischen Spektrum so wohnen. Der Mob, größtenteils vermummt, bewegte sich durch Dessau-Süd und klapperte die Wohnungen der bekannten Neonazis Alexander Weinert, Steffen Muschner und Swen Behrendt ab.

Alexander Weinert, ein Aktivist der ersten Stunde der Neonazikameradschaft Freie Nationalisten Dessau/Anhalt, seit 2001 aktiv, nach seinem Rauswurf aus dieser etablierte er die Freien Nationalisten Dessau und aktivierte in der Nachbarstadt Aken die Freien Nationalisten Aken/Elbe. Steffen Muschner, ein langjähriges Mitglied der Freien Nationalisten Dessau/Anhalt und eine der Personen, die mehrfach im Vorfeld der Angriffe auf das AJZ, beim Observieren des Objektes beobachtet werden konnte. Swen Behrendt, der Geschäftsführer des NPD-Kreisverbandes Wolfen-Anhalt-Dessau und Anmelder der Neonazidemonstration vom 08. März 2008 in Dessau-Roßlau.

In deren Nachbarschaft wurden Flugzettel mit Informationen über genannte Personen für die Anwohner verteilt. Während der Demo gab es ein paar Spielereien mit der Polizei, was diese nicht unbedingt lustig fand. Nach der Auflösung des Stadtrundgangs bei der Ludwigshafener Straße fanden die Beamten endlich eine Möglichkeit, um auch mal auf die Kacke zu hauen. Die Demonstranten mussten in den Tiergarten, einem weitreichenden Wald- und Wiesengrundstück, ausweichen. Als sich der Mob wieder Richtung Innenstadt bewegen wollte, wurden die Wege von der, mittlerweile zahlenmäßig angewachsenen, Polizei versperrt.

Demonstrationsteilnehmer, die versuchten die Hürden zu überwinden, wurden massiv mit Knüppeln und Pfefferspray versucht, daran zu hindern. Im Folgendem war die Einsatzleitung bestrebt, von allen die Personalien festzustellen. Dies gelang im Übrigen nur durch den Einsatz eines Helikopters, welcher mittels Wärmebildkamera die Gruppe lokalisieren konnte und Polizeikräfte am Boden durch den dunklen Tiergarten lotsen sollte.

Nach dieser Aktion gelang es Einigen, natürlich nur mit Abgabe der Personalien, tatsächlich wieder in die Innenstadt zu gelangen. Andere hingegen konnten dies umgehen, indem sie teilweise durch die Mulde schwammen oder andere Schleichwege benutzten.

So nach und nach sammelten sich wieder alle im AJZ und zelebrierten schon einmal diese sehr erfolgreiche Demo und die gezielten Nazi-Outings.

Gegen 0.15 Uhr, wurde erst Gegröle vernommen, welches vom anderen Ende der Schlachthofstraße kam. Sehr schnell konnten die Parolen unter anderem als „Frei-Sozial-National!“ identifiziert werden. Ungefähr 25 Faschos stürmten, zum Teil vermummt, direkt auf alternative Jugendliche, die sich in unmittelbarer Nähe des AJZ’s befanden. Einige Neonazis griffen auch die ziemlich überforderten Polizeibeamten an. Körperverletzungen hielten sich bis auf Pfeffersprayeinsatz von den Nazis in Grenzen. Dennoch konnten insgesamt mindestens 8 Nazis festgenommen werden, darunter auch Steffen Muschner, Martin W. und Martin Vetter.

Spätestens seit dem heutigen Abend sollte klar sein, dass es wirklich Nazis in Dessau gibt, die versuchen etwas zu machen und sich schnell organisieren können. Es ist ein täglicher Kampf, gegen Neonazis in der Region vorzugehen. Gruppen und Einzelpersonen aus anderen Städten sollte bewusst sein, dass Dessau deren Unterstützung braucht, denn es ist noch nicht vorbei!

Alles im Allen muss man jedoch festhalten, dass der Abend ein voller Erfolg war. Sowohl die

Demo als auch die darauf folgenden Ereignisse kann als Erfolg verbucht werden.

Neuer Übergriff auf das AJZ Dessau

Projekt Gegenpart:

Erneut Neonazi-Attacke auf Alternatives Jugendzentrum in Dessau

mit Teleskopschlagstock bewaffneter Täter konnte der Polizei übergeben werden//Verein hat Strafanzeige erstattet

Bericht aus Indymedia und Projekt gegenPart

Heute (02. August 2008) gegen 06.30 Uhr griffen zwei Neonazis erneut das Alternative Jugendzentrum in Dessau an und zerstörten durch Steinwürfe eine Sicherheitsglasscheibe im Vereinscafé.

Engagierten Vereinsmitglieder gelang es wenig später, einen der flüchtigen Täter zu stellen. Dabei nahmen sie dem Angreifer einen Teleskopschlagstock ab, fixierten ihn und übergaben ihn dann an die eintreffenden Polizeibeamten.

Nach dem die couragierten Bürger die Beamten auf die Fluchtrichtung des anderen Täters hingewiesen hatten, stellte sich dieser im Bereich des Dessauer Tiergartens der Polizei. Der dort gefasste Mann ist nach Informationen des Projekt gegenPart eindeutig der rechten Szene zu zuordnen und trat als Mitglied der Neonazikameradschaft „Freie Nationalisten Aken/Elbe“ in der Vergangenheit nachweislich schon mehrmals in Erscheinung.

Erst vor einer Woche griffen mutmaßliche Rechtsextremisten das Jugendzentrum, in dem u.a. das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus und die Koordinierungsstelle des Lokalen Aktionsplanes für Demokratie und Toleranz ansässig sind, mit Steinwürfen an. Dabei gingen ein halbes Dutzend Scheiben zu Bruch.

Der Verein hat Strafanzeige erstattet.

Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

KEIN FUSSBREIT DEN FASCHOS !!!
VERTEIDIGT EURE RÄUME; UND DIE PLÄTZE DURCH ANTIFASCHISTISCHE SELBSTHIFE !!!

Antifa Camp in Weimar/Buchenwald

Neben unserem Wirken gegen den „Abbau des Gedenkens“ und die Verfälschung der Geschichte seitens der Gedenkstätte steht die in den letzten Jahren wieder erstarkende Weimarer Neonazi-Szene sowie die revisionistisch Ignorante Bevölkerungsschicht der so genannten „Dichter und Denker“-Stadt natürlich auch im Mittelpunkt unserer Aktivitäten.
Neben den täglichen praktischen Arbeitsprojekten auf der Gedenkstätte und öffentlichen Lesungen antifaschistischer Texte wird es auch dieses Jahr wieder interessante Veranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen und Diskussions- und Zeitzeugenveranstaltungen geben. Für den Rest der Zeit bietet die Stadt Weimar ausreichend Aktionspotential für FreundInnen des praktischen Antifaschismus.

Weiter Infos Findet ihr hier…